Mortadella Bologna IGP, eine Gaumenfreude auch während der Schwangerschaft!

Eine Schwangerschaft sollte als paraphysiologischer, also als normaler Zustand gelebt werden. Oftmals wird sie hingegen von Bekümmernissen überschattet, die auf die zahlreichen Untersuchungen zurückzuführen sind, denen sich Schwangere unterziehen müssen, so dass die Gefahr besteht, sich medikalisiert zu fühlen (insbesondere aufgrund der immer häufiger werdenden Zugabe von Vitaminen und Mineralsalzen). Auch die Ernährung entgeht dabei nicht den zahlreichen Regeln und/oder Entbehrungen. Es bestehen zwar durchaus Regeln, die zur Vorsicht eingehalten werden sollten, oft jedoch tendiert man dazu, viele Lebensmittel ohne wissenschaftlich belegte Motivation einfach wegzulassen. Vor allem ist die Zufuhr gewisser Nährstoffe wie Proteine, Kalzium, Eisen, Omega-3-Fettsäuren, Vitamine der B-Gruppe (besonders Folsäure), Ballaststoffe und natürliche Antioxidantien von grundlegender Bedeutung. Außerdem sollte auf eine breit gefächerte Ernährung im Sinne der mediterranen Ernährungsweise geachtet und die tägliche Kalorienzufuhr ab dem zweiten bzw. dritten Monat um etwa 300 Kalorien erhöht werden, wobei in der gesamten Schwangerschaft nicht mehr als 9 kg Gewicht zugenommen werden sollte.

Es ist daher wichtig, Produkte tierischer und pflanzlicher Herkunft abzuwechseln: Es wäre falsch, Fleisch und Fleischderivate nur deshalb zu vermeiden, weil sie angeblich schädlich sein könnten. Im Gegenteil sind einige im Fleisch enthaltenen Nährstoffe für den Ernährungshaushalt und für eine korrekte Entwicklung des Fötus sogar sehr wichtig. Einzig vom Verzehr roher Fleischprodukte sollte man absehen, da diese aufgrund einer möglichen Übertragung von Infektionskrankheiten wie der Toxoplasmose potenziell gefährlich sind. Anders ist die Lage hingegen bei einigen Brühwurstsorten wie der Mortadella.

Insbesondere die Mortadella Bologna IGP kann während der Schwangerschaft bedenkenlos verzehrt werden, da durch die Brühtemperatur eine Übertragung von Infektionskrankheiten ausgeschlossen ist und gleichzeitig die korrekte Zufuhr von Nährstoffen gegeben ist, die für Mutter und Kind gut und wichtig sind. Beachtlich ist vor allem der Proteingehalt, der um die 16% beträgt und damit die besten „Bausteine“ für die Bildung der Organe des Ungeborenen liefert. Besagte Proteine sind außerdem biologisch wie qualitativ hochwertig, da sie alle essentiellen Aminosäuren enthalten, die der Organismus selbst nicht bilden könnte. Dank neuester Verfahren bei der Auswahl des Schweinefleischs und der strengen Überwachung der Futtermittel konnte bei der Mortadella Bologna ein niedriger Lipidgehalt erzielt werden, bei dem so genannte gesunde und gesundheitsfördernde Fette wie die einfach ungesättigten Fettsäuren und insbesondere die Ölfettsäure (die auch im extra nativen Olivenöl enthalten ist) überwiegen. Diesbezüglich sollte man sich vor Augen halten, dass die körperliche Zusammensetzung des Fötus reich an Fetten ist und eine Fettzufuhr über die Ernährung daher unerlässlich ist.

Neueste Studien haben ergeben, dass der Salzgehalt der Mortadella Bologna gegenüber früher um ganze 20% und die Kalorien um 9% gesunken sind, während der Cholesteringehalt pro einhundert Gramm Produkt nicht über 70 mg liegt. In Anbetracht der Tatsache, dass die tägliche Cholesterinaufnahme nicht über 300 mg liegen sollte, ein hervorragendes Ergebnis.Die Mortadella Bologna enthält jedoch nicht nur Proteine, sondern auch Vitamine der B-Gruppe, insbesondere das Vitamin B12, das für eine korrekte Bildung der Organe des Fötus und zur Vermeidung der Spina bifida benötigt wird, da es die Wirkung der Folsäure optimiert.

Daneben liefert sie einen angemessenen Anteil an Mineralsalzen wie Kalium, Phosphor und Eisen, die für eine korrekte Entwicklung und Funktionsweise der Neuromuskulatur des Fötus und für die korrekte Bildung der DNA und von Energie-Trägermolekülen wie dem Adenosintriphosphat ATP wichtig sind.

Und lassen wir schlussendlich auch den Genussfaktor und den Sozialisierungsaspekt dieses schmackhaften und aromatischen Nahrungsmittels nicht außen vor, das dazu einlädt, in Gesellschaft verzehrt zu werden, und die Ernährung in dieser wunderbaren Lebensphase zu einem Genuss macht.

LUCA PIRETTA

Piretta wird 1961 in Turin geboren, erwirbt 1987 seinen Hochschulabschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität Sapienza in Rom, spezialisiert sich 1991 in Gastroenterologie und Verdauungsendoskopie und erhält 2009 einen Master in der Wissenschaft der Humanernährung an der Universität Tor Vergata in Rom. Seit 1995 Allgemeinmediziner, lehrt er derzeit auch als Dozent für Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten an der Universität Campus Biomedico in Rom.

In seinen Forschungsbereichen Gastroenterologie und Ernährung ist er Autor mehrerer Kapitel in wissenschaftlichen Büchern und zahlreicher Veröffentlichungen in internationalen wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Daneben arbeitet er seit mehr als 20 Jahren regelmäßig (als Berater des Senders RAI) mit Nachrichtensendungen im Fernsehen und mit verschiedenen Zeitungen zusammen.

2014 gewinnt er den Preis für die Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse von Assolatte. Daneben ist er Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gastroenterologie- und Ernährungsgesellschaften. Piretta ist zudem Mitglied des CD und der SISA (Società Italiana di Scienza dell’Alimentazione [Italienische Gesellschaft der Ernährungswissenschaften]).